Das ewige Auf und Ab, das Glück, das wechselt wie die Jahreszeiten, dieses wetterwendige Leben, auf das sich niemand verlassen kann, weil es uns aus der Tiefe in die Höhe zieht, nur um uns wieder fallen zu lassen und dazu noch eine Fratze zu ziehen: So dreht sich das Rad der Fortuna.
Wen es nach oben trägt, dem liegt die Welt zu Füßen – und wer schon oben sitzt, der wird im nächsten Augenblick vom Rad überrollt.

Das Rad der Fortuna ist eine uralte Metapher der conditio humana, die die Unsicherheit und Wechselhaftigkeit der menschlichen Existenz poetisch ins Bild setzt.

Der Wechsel der Jahreszeiten Das ewige „Stirb und Werde“ in der Natur und im menschlichen Leben.

Die Politik Das Erringen der Macht, die Herrschaft selbst und der Fall der Mächtigen.

Die Liebe – deren Entstehen und Sterben wir nicht erklären können.

All diese Kreisläufe sind unbarmherzig und unausweichlich – doch ebenso hoffnungsvoll, denn auf jeden Tod folgt neues Leben; nichts währt ewig, nicht die Macht, nicht der Reichtum, nicht das Glück – aber auch das Leiden nicht. Und dennoch tun die Menschen so, als wüssten sie nichts von dem ständigen Wandel um sich herum.